Christoph Ernst

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1958 in Hamburg geboren, studierte in Hamburg und New York Geschichte. Später arbeitete er als Kulturmanager, Journalist und Dozent.
Nach längerem Berlinabstecher kehrte er in seine Vaterstadt zurück und lebt
heute in Hamburg und Klein Zecher.

Neben Sachbuchtexten hat er Kurzgeschichten und
mehrere Krimis veröffentlicht. Zuletzt erschien im September 2009 seine
Bearbeitung des Tatorts „Strahlende Zukunft“ bei Emons. März 2010 brachte der NDR seinen Krimi „Kein Tag für Helden“ als zweiteiliges Hörspiel.

Es folgten die Romane: "Bankog ist selten kühl", "Ansverus Fluch" und der Noir Krimi "Zahltag".
Gerade erschien sein Thriller "Mareks Liste" im Leda-Verlag.

 

 

 



Christoph Ernst neuer Roman verbindet literarische Pulp-Fiction mit Elementn eines Politthrillers und einem Sittengemälde Berlins in der frühen Nach-Wende-Ära.

 

 

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Jussi skandinavisches Krimi-Café

 

(Lehmweg 35 - Ecke Löwenstraße, 20251 HH, U-Hoheluft)

ist am Freitag, den 8. Dezember, ab 19:30 Uhr

 

Schauplatz der zweiten internationalen Weltpremiere von meiner Pulp-Fiction Hommage an Daniel Mainwaring und Jacques Tourneur, die Euch vom verträumten Dassow am Priwall über Berlin an der Spree und Zahara de los Atunes bis nach Aix en Provence und Marseille zurück auf das harte Pflaster des Hamburger Kiez’ entführt.

Unterwegs wird geliebt, gelogen und gemordet, dass die Balken Reißaus nehmen,

 

aber die zauberhafte Gastgeberin sorgt nicht nur für gediegene nordeuropäische Literaturabgründe, sondern auch wahlweise Kalt- oder Warmgetränke.

 

Zeitiges Erscheinen sichert den einen oder anderen Sitzplatz.

Und ja, auf Wunsch wird auch von Hand signiert.

 

Also, hoffentlich sehen wir uns am Freitag um halb acht.

 

Euer

 

Christoph

 

Der Klappentext

 

„Du zahlst im Leben für alles. Früher oder später kassierst du die Rechnung. Dass du bankrott bist, merkst du spätestens, wenn du von der zweiten Unschuld träumst…”

Alex will eigentlich nur in Frieden leben. Aber er ist ein Mann mit Vergangenheit.
Eines Tages erscheint ein alter Bekannter bei ihm und erinnert ihn an eine offene Rechnung. Alex soll noch einen Job für ihn erledigen, dann sind sie quitt.
Doch plötzlich taucht die mysteriöse Katarina wieder auf, der er einst von Andalusien bis Südfrankreich gefolgt ist. Sie zerrt Alex in einen Strudel aus Leidenschaft, Hass und Intrige, aus dem es kein Entrinnen gibt.

 

 

 

 

Krimilesung mit Christoph Ernst

 

Mittwoch, 8. November 18:00 Uhr

in der Asklepiusklinik Altona

 

Details:

 

Der Krimiautor Christoph Ernst liest aus seinem Roman „Fette Herzen“: Nach dem Unfalltod eines Arztes stolpert Privatermittler Jacob Fabian über üble Intrigen im Kardiologen-Milieu. Vordergründig geht es zunächst nur um finstere Zustände in der scheinbar sterilen Welt des Herzzentrums Hitzacker, doch schon bald findet der Ermittler sich selbst als Marionette in einem ganz anderen Spiel wieder. Aus dem vermeintlichen Routinefall wird ein dramatischer Wettlauf auf Leben und Tod, bei dem auch er alles zu verlieren droht …
Christoph Ernst schreibt Kriminalromane, Hörspiele und Kurzgeschichten. Er liebt Film noir. Heute liest er aus seinem zweiten hart gesottenen Heimatroman vor. Anschließend gibt es noch Auszüge aus seiner gerade erschienen Novelle „Zahltag“.

 

 

 

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Ansverus Fluch

 

Der lange Schatten des Märtyrers

 

Privatermittler Jacob Fabian hat mit Märtyrern sonst wenig am Hut, doch als man Georg Fiedler des Mordes verdächtigt, landet er mitten in den Wirren der Slawenmission. Denn das Opfer ist genau dort aufgetaucht, wo Fiedler kurz zuvor die mumifizierte Leiche einer jungen Slawin entdeckt hat. Die Frau kam vor fast 1000 Jahren um, zur selben Zeit wie Ratzeburgs Heiliger Ansverus, der 1066 gesteinigt wurde.

Fabian dämmert, dass Fiedlers Fund die Tat ausgelöst hat. Zusammen mit einem klugen Pfarrer gräbt er sich durch Geschichten über Mönche und Slawen. So stößt er auf die »Ansverus-Bruderschaft«, einen Geheimbund, der einst Angst und Schrecken verbreitet haben soll.

Die Dinge überstürzen sich, als er erfährt, dass die Bruderschaft noch nach dem Krieg Nazi-Verbrecher aus Deutschland hinaus geschafft hat. Mit einem Mal tun sich tödliche Verstrickungen bis in die Gegenwart auf.

 

Christoph Ernst, Ansverus-Fluch, Kriminalroman, ISBN 978-3-86412-093-0

10,99 Euro

 

 

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Inhalt: Privatermittler Fabian wird vom Hamburger Anwalt Dr. Becker beauftragt, den Schwiegersohn eines renomierten Tierarztes in Bangkok ausfindig zu machen. Tage zuvor war dieser aus einer deutschen Privatklinik entflohen und nach Thailand geflogen.

Als Fabian den Gesuchten in Bangkok findet, ist sein Auftrag eigentlich erledigt. Doch er merkt, dass ein Killer auf den Mann angesetzt ist ist, und er begreift, dass man ihm den wahren Zweck der Reise seiner Reise verschleiert hat... Fabian beschließt, die Hintergründe auf eigene Faust zu ermitteln.

 

"Bankok ist selten kühl", als eBook

 

 

eBooks im Focus -

 

Ein Interview mit dem bekannten Schriftsteller Christoph Ernst

 

Klein Zecher/Hamburg - Er hat die Welt gesehen, in anderen Kulturen gelebt und sich einen engagierten und kritischen Blick auf politische und gesell­schaft­liche Ereignisse bewahrt. Als Schriftsteller, Dozent und Dramaturg machte er sich Namen. Die Rede ist von Autor Christoph Ernst. Der in Hamburg und Klein Zecher lebende 56-Jährige ist seit fünf Jahren Sprecher des Literatur­beirats der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

Rzkultur (Das Kulturportal der Stiftung Herzogtum Lauenburg): Elektronische Medien nehmen auch im Literatur­betrieb einen immer größer werdenden Rahmen ein. Sie stellen jetzt aktuell ein E-Book vor. Was erwartet die Leser?

Chr. Ernst:“Literatur ist an Schrift gebunden, nicht unbedingt an Papier. Besonders im Genre Unterhaltung sind elektronische Bücher im Kommen. Doch auch dort spielt Qualität die entscheidende Rolle. Es gibt zig Texte, die ohne jedes Lektorat ins Netz gestellt werden. Genau so lesen sie sich auch. Für den Autor hat ein Verlag drei zentrale Aufgaben: Die Durchsicht des Texts, die optimale Präsentation und bestmögliche Platzierung. Das gilt für E-Books genauso wie für Printmedien, wobei die Vermark­tungs­struk­turen andere sind: Die Leserschaft ist jünger, Rezensionen finden nicht in Zeitungen, sondern in Blogs statt. Sebastian Hallenberger hat vor einigen Jahren einen Verlag für elektronische Bücher gegründet. Er weiß, was Autoren von Verlegern erwarten und nimmt ihnen ab, Energie auf Selbst­vermarktung in sozialen Medien zu verschwenden.
Als er auf mich zukam und mir vorschlug, „Bangkok ist selten kühl“ wieder heraus­zubringen, habe ich mich gefreut. Hallenberger Media hat ein breit gefächertes Angebot hochwertiger Texte unter­schied­lichster Genres, von Sachbuch-Titeln über Liebesromane bis hin zu Krimis, Thrillern und Klassikern, die weltweit in E-Books-Stores verfügbar sind und auf diversen Social Media Plattformen begleitet werden. So bin ich in guter Nachbarschaft und halbwegs präsent, ohne ständig auf Facebook herumturnen zu müssen.
"Bangkok ist selten kühl“, der Roman, der jetzt bei ihm erscheint, kam als Druckware Ende des letzten Jahrtausends heraus. Es ist der erste Roman der Jacob Fabian Reihe. Spielorte sind Hamburg und Thailand - mit einem Abstecher ins Goldene Dreieck. Also einigermaßen exotisch und bunt. Als ich an dem Buch arbeitete, zahlte man noch in D-Mark. Die Recherchereise fand 1996 statt. Es ist mithin fast schon historisches Material, aber trotzdem oder gerade deshalb schlafen einem beim Lesen nicht die Füße ein.“

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Krimi, 368 Seiten, Euro 12,95 weiter Infos, bitte auf das Bild klicken
Gunter Gerlach und Christoph Ernst

Interview Christoph Ernst zu seinem neuen Roman "Dunkle Schatten"

 

 

Neues Werk von Schriftsteller Christoph Ernst
„Geschichte erleben mit Spannung“

 

 

 

   

(gh) Klein Zecher - Herbstzeit ist Lesezeit. Literaturfans haben derzeit die Qual der Wahl, denn die Flut der Neuer­scheinungen ist überwältigend. Auch in der Region stellen Autoren ihre neusten Werke vor. Einer, der für spannende Unterhaltung bestens bekannte Schriftsteller, gab rzkultur ein Interview: Christoph Ernst, der in Klein Zecher am Schaalsee und in Hamburg lebt, erzählte, wie sein neuer Kriminalroman „Dunkle Schatten“ entstanden ist.

rzkultur: In der Literatur-Geschichte gibt es viele bedeutende „erste Sätze“. Es werden sogar Preise für die besten Anfänge verliehen. „Dunkle Schatten“ saugt den Leser gleich atmosphärisch in den Text. Wie entstand dieser Anfang?

Christoph Ernst: Daran ist mein Verleger Günther Butkus ist schuld. Der wollte einen spannungs­geladenen Auftakt für die Krimileser – also habe ich die Protagonistin an ihrem Tiefpunkt gezeigt, kurz vor dem Showdown mit dem Gegenspieler und der finalen Klimax - als sie am Boden ist und alles, was sie bislang getan hat, in Zweifel zieht.

rzkultur: Sie sagen „für Krimileser“. Ist Ihr Roman denn kein Krimi?

Christoph Ernst: Doch. Gewiss. Schließlich gibt es einen Mord und meine Heldin Maja setzt ihr Leben aufs Spiel, um herauszufinden, wer der Täter ist. Aber er ist auch eine Entwick­lungs­geschichte. Maja ist eine Heldin wider Willen, eine verletzte, zerrissene junge Frau, die auf einmal damit konfrontiert wird, die „Hausaufgaben“ erledigen zu müssen, die ihr verstorbener Vater nie hat erledigen können. Das ist eine Heraus­forderung, vor der sie immer weggelaufen ist, weil sie ahnt, dass ihr die Wahrheit weh tun wird. Zugleich weiß sie, dass sie, wenn überhaupt, nur diese Wahrheit befreit. Darum nimmt sie den „Auftrag“ ihrer Mutter an und fährt nach Berlin, um ihre Großtante Käthe zu beerdigen. Sie hofft nach drei Tagen wieder in Hamburg zu sein. Daraus wird nichts, denn sie muss erst mal klären, wie Käthe überhaupt zu Tode gekommen ist, doch dabei begegnet unter­schied­lichsten Menschen, die sie durch das, was sie ihr berichten, sehr bald dazu zwingen, sich von vermeintlichen Gewissheiten zu verabschieden. Das ist eine Reise im Außen, die sie ins Innere führt und ihre Identität in Frage stellt. Am Ende dann geht es um die Frage, was Maja tut, als sie begreift, dass die Wirklichkeit mit dem, was sie zu wissen glaubte, nicht übereinstimmt. Optiert sie für die Lüge oder hat sie den Mut zu einer neuen Wahrheit, egal wie schmerzhaft die auch ist. Davon hängt buchstäblich ihr Leben ab.

rzkultur: Majas Suche nach der Wahrheit ist sozusagen Leitmotiv Ihres Romans?

Christoph Ernst: Auf verschiedensten Ebenen, ja. Darum geht es immer. Immer wieder. Unabhängig vom Alter. Wahrheit befreit ja nicht nur, sie macht mitunter auch einsam. Bisweilen zahlen wir einen hohen Preis dafür. Deshalb fürchten wir uns davor. Mindestens ebenso sehr wie vor der eigenen Freiheit, aber genau die verraten wir, indem wir uns selbst belügen. Das dämmert Maja erst gegen Ende der Geschichte. Um garstige Einsichten zu vermeiden, blendet sie anderes systematisch aus. Bis sie begreift, wohin sie diese Art Schmer­zver­meidung geführt hat und sie dafür möglicherweise einen viel höheren Preis zahlen muss.

rzkultur: „Geschichte erleben mit Spannung“ steht es auf dem Cover Ihres neuen Buches. Was reizt Sie daran, die Zeit der Nazi- Diktatur und der DDR-Diktatur romanhaft zu verquicken?

Christoph Ernst: Es drängt sich auf – gerade weil so viele falsche historische Parallelen gezogen werden.

rzkultur: Wie meinen Sie das?

Christoph Ernst: Die DDR war eine Diktatur, aber sie hat keinen Weltkrieg mit 55 Millionen Toten angezettelt und den industriellen Massenmord perfektioniert. Sie ist das Erbe von Hitler. Wer Honecker mit Hitler vergleicht, unterschlägt das gern. Denn so wird das Gesetz von Ursache und Wirkung aufgehoben und das nationale Kollektiv aus der Verantwortung entlassen. Aber das Leid, das nach 1945 über die Deutschen kam, und dazu zähle ich durchaus das Regime in der DDR, war die Antwort der Sieger auf das Grauen, das Wehrmacht, Luftwaffe und SS zuvor über den Rest der Welt gebracht hatten - und zwar im Namen all derer, die vorher die NSADAP gewählt hatten oder für den Anschluss ans Reich stimmten. Hitler haben die Deutschen zum „Führer“ gemacht. Honecker wurde durch das ZK des Politbüros eingesetzt. Das ist ein Unterschied.

   
   

rzkultur: Und welche Parallelen drängen sich auf?

Christoph Ernst: Da gibt es eine ganze Reihe. Einige erwähne ich in dem Buch. Im Übrigen war 1989/90 für mich eine Nachhil­felektion in deutscher Geschichte. Da bekam ich zum ersten Mal eine Idee davon, wie sich 1933 die so genannten Gleich­schaltung vermutlich abgespielt hat - oder auch das Wunder der Stunde Null im Jahre 1945, als die allermeisten Deutschen jegliche Schuld für die Verbrechen der letzten zwölf Jahre von sich wiesen. Plötzlich gab es bloß noch Opfer und Verführte, die beim Mitmachen immer nur Schlimmeres verhütet hatten. Ein ähnliches Wunder vollzog sich ab Spätherbst 1989, als stramme SED-Kader sich über Nacht in glühende Anhänger der Markt­wirt­schaft verwandelten.

rzkultur: Sie sehen das als eine Art historischer Wiederholung?

Christoph Ernst: Sicher. Gott sei Dank wiederholte sich das Drama bloß als Farce, doch auch die war oft bitter genug. Etwa wenn Westdeutsche wie Sieger auftraten und sich an den Ostdeutschen dafür rächten, was ihnen die Besatzer einst an „reeducation“ angetan hatten. Oder Ostdeutsche vor allem buckelten, was nach Westpaket roch und ihre Herkunft verleugneten.

rzkultur: Was hätten Sie sich gewünscht?

Christoph Ernst: Eine Annäherung auf Augenhöhe, die die historischen und kulturellen Unterschiede zugelassen und nicht so rasch faulen Frieden mit den Lügen auf beiden Seiten gemacht hätte. So triumphierten die Gier und der Machthunger, und am Ende setzten sich genau die Kräfte durch, die am allerwenigsten mit gesell­schaft­licher Erneuerung am Hut hatten. In Ost wie West. Die Bürgerbewegungen wurden ins Abseits geschoben oder zu Tode umarmt, und der Aufbruch in der DDR zu einem Anschluss an die Republik von Herrn Kohl.

rzkultur: Das entspricht nicht unbedingt der offiziellen Geschichts­deutung.

Christoph Ernst: Mag sein. Mir ging es darum nachzuemp­finden, was viele Leute damals dachten.

rzkultur: Für „Dunkle Schatten“ haben Sie ausführlich recherchiert. Wie sind Sie zu diesem Stoff gekommen?

Christoph Ernst: Ende der Siebziger war ich mehrmals in Israel. Anfang der 1980iger habe ich in New York studiert. Zu der Zeit lebten da noch viele, die vor Hitler nach Amerika geflohen waren oder als Überlebende des Holocaust dorthin gelangt waren. Einige haben mir von sich erzählt. Eine Weile habe ich auch im Nordwesten von Harlem gewohnt, in Washington Heights, das bei New Yorker Juden damals „Viertes Reich“ hieß, weil dort so viele deutsche Flüchtlinge lebten. In der 181. Straße gab es Konditoreien mit Sachertorte und Windbeutel, und wenn man bei den Cloisters spazieren ging, hörte man dauernd Deutsch. Gelegentlich ergab sich ein Gespräch. Ich hab’ ältere Leute gefragt, woher sie kommen und wie sie in New York gelandet sind. Das waren oft haarsträubende Odysseen. Doch am meisten berührt hat mich die Sehnsucht, die viele dieser Entwurzelten noch immer nach Deutschland hatten. Nach ihrer alten Heimat, der Sprache, Musik und Literatur. Trotz allem. Über vierzig Jahre später. Da habe ich erst begriffen, dass die Vernichtung der europäischen Juden unter anderem auch ganz konkret der Selbstmord der deutschen Kultur gewesen ist.

rzkultur: Was wird nach „Dunkle Schatten“ kommen?

Christoph Ernst: Keine Ahnung. Ich sitze an einer ganzen Reihe kleiner Projekte. Ansonsten gibt es einen fast fertigen Roman, der seit einem Jahr in der Schublade liegt. Der spielt hier in der Gegend und dreht sich um die Slawenmission vor rund 1000 Jahren, wobei die Erzählebene in der Gegenwart angesiedelt ist.

rzkultur: Ein Krimi?

Christoph Ernst: Ja. Sogar einigermaßen blutig. Ein Hard-Boiled-Heimatroman mit historischen Exkursen. Eine Art Dan Brown für Erwachsene. Aber ich hab’ noch keinen Verlag.

rzkultur: Autoren sind Vielleser. Mit welchen literarischen Themen beschäftigen Sie sich privat und was liegt auf Ihrem Nachtisch?

Christoph Ernst: Mit großem Gewinn habe ich unlängst Oliver G. Wachlins „Kreuzberg“ gelesen, einen begnadeten Berlin-Roman, der auch kurz nach der Wende zur Zeit des Moskauer Putsch‘ spielt. Amüsant, witzig, geistreich und klug. Firmiert als Krimi, ist aber viel mehr. „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbary hat mir auch gut gefallen. Das kann man sogar lesen, wenn man nicht hoch begabt ist. In Karlheinz Deschners „der gefälschter Glaube“ hole ich mir Inspirationen für meinen Heimatroman. Ansonsten arbeite ich mich gerade durch die dritte Staffel von „The Wire“. Eine amerikanische Serie, die den Kampf von Droge­nermittlern im post-industriellen Baltimore des frühen 21. Jahrhunderts zeigt: Sozialer Realismus, Sittengemälde, griechische Tragödie und Thriller in einem. Minutiös verwobene Erzählstränge, schnelle Dialoge, meisterlich gebaute Szenen, ausgefeilt bis in kleinste Nebenrollen. Hervorragend besetzt, gefilmt und geschnitten. Großartig. Ein Kritiker meinte, „The Wire“ verdiene den Nobelpreis für Literatur. Recht hat er. Mindestens.

Das Interview führte Brigitte Gerkens-Harmann

   
   

Über den Autor: Christoph Ernst, geboren 1958 in Hamburg, studierte Geschichte in der Hansestadt und New York. Später arbeitete er als Kulturmanager, Journalist und Dozent. Nach einem längeren Berlinaufenthalt (1988–2001) kehrte er in seine Vaterstadt zurück und lebt heute in Hamburg und Klein Zecher. 2010 brachte der NDR seinen Krimi „Kein Tag für Helden“ als zweiteiliges Hörspiel heraus. „Dunkle Schatten“ ist sein fünfter Kriminalroman.
„Dunkle Schatten“, Pendragon-Verlag,12,95 Euro, 2012